Mit dem Auge seine Türen öffnen

Ohne einen Schlüssel in die eigene Wohnung, ins Haus, ins Büro, in den eigenen Laden oder die Garage gelangen. Sie denken, das ist doch gar nicht möglich? Ist es doch – und zwar mit einem sogenannten Retina-Scanner, der eine echte Alternative zum herkömmlichen Schlüssel darstellt. Dass diese Scanner keine Science-Fiction mehr sind und das eben beschriebene Szenario gar nicht so fern in der Zukunft liegt, zeigen wir Ihnen mit dem folgenden Beitrag.

Wie funktioniert ein Retina-Scanner?

Lupo / pixelio.de
Lupo / pixelio.de

Ebenso wie der Fingerabdruck liefert auch das Auge einzigartige Merkmale, die einen Menschen unverwechselbar machen. Denn zwischen Iris und Hornhaut befindet sich ein komplexes Bindegewebe, das bei jedem Menschen anders strukturiert ist und sich auch im Zuge des Alterungsprozesses wenig verändert. Um diese Strukturen zu erkennen, kommt der Retina-Scanner zum Einsatz. Dabei tastet ein fast unsichtbarer Laser die Netzhaut (Retina) ab. Er ist nur sehr schwach, blendet nicht und kann das Auge auch nicht beschädigen. Beim Abtasten erkennt der Laser ein bestimmtes Muster der Blutgefäße, da diese Gefäße weniger Licht zurückwerfen als das umgebende Gewebe. Aus einer komplexen Berechnung entsteht schließlich ein Bild, mit dem eine Person eindeutig identifiziert werden kann. Dieser Prozess – das Wiedererkennen – wird auch als „biometrische Erkennung“ bezeichnet.

Der Retina Scan ist sicherer als ein Fingerabdruck

Heutzutage ist der Retina-Scanner die sicherste Variante, um jemanden eindeutig zu identifizieren und bietet wesentlich weniger Möglichkeiten zur Manipulation als z.B. ein Fingerabdruck- oder Gesichts-Scanner.

Weitere Vorteile, die der Einsatz eines Retina Scanners bietet:

  • Der Scanner ist kinderleicht benutzbar und erfordert keine technischen Vorkenntnisse
  • Das System ist bequem in der Bedienung – kein Schlüsselvergessen und kein versehentliches Aussperren mehr
  • Der „Schlüssel“ kann nicht verlegt oder gestohlen werden

Der Retina-Scanner bringt jedoch auch Nachteile mit sich:

  • Die Phase der Erfassung ist schwieriger
  • Einflüsse wie Lichtreflexionen müssen unterbunden werden
  • Verschmutzte Linsen, falscher Augenabstand, Kontaktlinsen oder Augenerkrankungen können den Scan behindern
  • Eine Brille muss zum Scan abgesetzt werden
  • Der Retinascan funktioniert auch, wenn man dazu gezwungen wird
  • Die Anschaffungskosten sind sehr hoch

Bald in jedem Haushalt zu finden?

Die Technik der Retina-Scanner ist momentan noch sehr teuer und daher fast nur auf Hochsicherheitseinrichtungen als echte Alternative beschränkt. Dennoch breitet sich diese Art der Identifikation immer weiter aus, nicht nur in Unternehmen, sondern auch in Wohnhäusern. Zugleich gibt es Kritiker. Viele sträuben sich davor, ihr Auge scannen zu lassen aus Angst vor gesundheitlichen Folgen. Auch in puncto Datenschutz gibt es große Bedenken. Mit der steigenden Produktion und der damit verbundenen Kostensenkung dürften sich aber die Retina-Scanner als Schlüsselersatz in Zukunft deutlich vermehren, auch im Privathaushalt. Und das, obwohl ein hochwertiger Zylinder einen mindestens ebenso guten Einbruchschutz bietet.

Bild: Lupo / pixelio.de